Medienmitteilung des «Jugendkomitees für AHVplus»

 

In den letzten Wochen ist der Ton im Abstimmungskampf über die AHVplus-Initiative immer schriller geworden. Unter dem Motto „die Jungen bezahlen für die Alten“beschwören die Gegnerinnen und Gegner der Initiative ungeniert einen Generationenkonflikt herauf. Mit dieser Argumentation wird das seit Menschengedenken geltende Prinzip in Frage gestellt, dass die aktive Generation einerseits die Kinder grosszieht und andererseits für die Älteren sorgt, wenn diese nicht mehr erwerbstätig sind. Vor allem aber lässt diese Argumentation ausser Acht, welche Altersvorsorge für den grössten Teil der Bevölkerung, darunter auch die Jungen, das beste Preis-Leistungsverhältnis hat. Dank dem solidarischen Finanzierungsmodell ist es die AHV.

Unter dem Vorwand, die Generationengerechtigkeit sei aus dem Lot geraten, fordern die AHVplus-Gegner vor allem mehr „Eigenverantwortung“ aller künftigen Rentnerinnen und Rentner. Die Absicht ist offensichtlich. Die Bevölkerung soll mehr privat vorsorgen. Die Profiteure wären die Versicherungen und Banken, die das lukrative Geschäftsfeld der privaten Vorsorge ausbauen wollen. Mit ihren seit mehr als 20 Jahren andauernden Angstkampagnen zur demografischen Entwicklung haben sie auch Erfolg: Der Anteil der Jungen, der in eine teure dritte Säule investiert steigt.

Dass die Jungen dabei für einen Beitragsfranken viel weniger Rente erhalten als in der AHV, wird tunlichst unter den Teppich gekehrt. Die Zahlen sprechen jedoch eine eindeutige Sprache, wie das „Jugendkomitee für AHVplus“ vor den Medien aufzeigte. Dies zeigt folgendes Beispiel: Ein 29-jähriger KV-Absolvent mit einem Monatslohn von zurzeit 5000 Franken würde mit AHVplus dereinst 227 Franken mehr AHV-Rente erhalten. Dafür müssten er und sein Arbeitgeber zusammen für den Rest seiner Berufslaufbahn monatlich 50 Franken bezahlen (inkl. Steuern, MWSt.). Auf ihn selber entfallen damit nur gerade etwas über 25 Franken. Wollte er den gleichen Renten-Zustupf über die dritte Säule ansparen, müsste er 84 Franken aus dem eigenen Sack bezahlen. Gerade in Zeiten mit Null- und Negativzinsen ist das private Sparen viel weniger attraktiv als das seit 70 Jahren erfolgreiche Umlageverfahren der AHV.

Dieses Verfahren ist nicht nur effizient und sozial, sondern auch sicher. So hat sich in den letzten 40 Jahren die Anzahl Renten mehr als verdoppelt, ohne dass die Lohnprozente ein einziges Mal angehoben wurden. Nur ein Mehrwertsteuerprozent kam dazu. Dies zeigt die enorme Leistungsfähigkeit des zentralen Pfeilers des Schweizer Sozialstaats. Es zeigt auch, dass die finanzielle Gesundheit der Altersvorsorge eben nicht in erster Linie vom Verhältnis Aktive pro Rentner, sondern von der steigenden Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft abhängt. Da die Lohnsumme insgesamt stetig gestiegen ist, kann ein Aktiver bei gleich bleibendem Beitragssatz mehr Rente finanzieren als noch vor 40 Jahren. Dieser Mechanismus funktioniert auch in Zukunft. Für die vorübergehend stark ansteigenden Rentnerzahlen der Babyboomer braucht es bis 2030 nur ein zusätzliches Mehrwertsteuerprozent.

Auskünfte:

  • Lena Frank, Präsidentin SGB-Jugendkommission, 079 586 70 55
  • Mirco Gurini, Vizepräsident a.i. Jeunesse.Suisse, 079 547 48 54
  • Tamara Funiciello, Präsidentin JUSO, 079 390 73 44
  • Ilias Panchard, Co-Präsident Junge Grüne, 079 922 63 31

Rede-Manuskripte:

Lena Frank: Über den Generationenvertrag
Tamara Funiciello: Die Hintergründe der bürgerlichen Angstkampagne
Ilias Panchard: Die AHV stärken, weil es am günstigsten ist! /
Il faut renforcer l’AVS, parce que c’est la solution la meilleur marché !
Mirco Gurini: Die AHV lohnt sich !